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Oculus Plus: Kann das Mittel die Sehkraft verbessern?

Das Nahrungsergänzungsmittel Oculus Plus+ von Nutralify wird mit dem Versprechen beworben, dass sich bei regelmäßiger Einnahme von drei Kapseln pro Tag die Sehkraft verbessert. Dieser Effekt soll sich nach einem Monat einstellen.

Laut Nutralify enthält das Präparat diese Wirkstoffe:

„Spirulina Pulver, Ascorbinsäure, Gelatine (Rind), Heidelbeer Extrakt, Tagetes Extrakt, Traubenkern Extrakt, L-Carnitin, Weinsäure, Haematococcus Pluvialis Algenpulver, Zink Gluconate, Kupfersulfat, Beta Caroten, Cholecalciferol“

Angaben zu den Mengen der einzelnen Wirkstoffe macht der Hersteller im Online-Shop nicht. Die Wirkung wird auch nicht mit Studien belegt. Die Kapsel-Füllung besteht aus einem Sammelsurium aus gesundheitsfördernden Verbindungen, die aber größtenteils nicht direkt mit der Sehkraft zusammenhängen.

Worin besteht die Wirkung?

Beta-Carotin („Beta Caroten“, Vitamin A) ist ein Pigment, das für die Lichtwahrnehmung unmittelbar erforderlich ist. In Tagetes-Extrakt sind zusätzlich die oft als „Augen-Vitamine“ propagierten Verbindungen Lutein und Zeaxanthin enthalten. Die dem Vitamin A ähnlichen Verbindungen sind aber nicht für die Licht-Perzeption notwendig. Es wird lediglich vermutet, dass die Pigmente vor zu hoher Licht-Intensität schützen.

Auch die Algen Haematococcus und Spirulina liefern zusätzliches Vitamin A. Dem Vitamin D („Cholecalciferol“) und C („Ascorbinsäure“) kann eine positive Wirkung auf die Augen nur indirekt unterstellt werden. Die Argumentation müsste dann lauten, eine gute Allgemein-Kondition verbessere auch die Sehkraft. Dasselbe gilt für weitere Vitamine, die in den Pflanzen-Extrakten enthalten sind („Heidelbeer“, „Tagetes“, „Traubenkern“).

Die sekundären Pflanzenstoffe liefern zudem Antioxidantien, die ebenfalls einen indirekten Effekt haben. Zink und Kupfer sind Spuren-Elemente, die in den Augen höher konzentriert sind als in anderen Organen. Ob eine Supplementierung die Sehkraft stärkt, ist fraglich.

Der „Fatburner“ L-Carnitin scheint den Kapseln eine „nette“ Zugabe zu sein. Oft wird behauptet, der Vitalstoff sei für die Mitochondrien („Zellkraftwerke“) nützlich und helfe damit gegen Makuladegeneration (Netzhautverfall). Bewiesen ist das aber nicht.

Muss Vitamin A so teuer sein?

Vitamin A (Beta-Carotin) kann die Sehkraft verbessern, wenn es in der täglichen Nahrung nicht ausreichend aufgenommen wird. Eine Kost mit viel Obst und Gemüse dürfte den Bedarf jedoch abdecken.

Ökotest nahm 2008 vergleichbare Präparate unter die Lupe. Die Tester verliehen ausschließlich die Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“. Grund dafür waren fehlende wissenschaftliche Belege und Warnhinweise. So dürfe Zink bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden und Vitamin A kann bei zu hoher Dosierung auch toxisch wirken.

Fazit

69,00 Euro für eine Monatsdosis (60 Kapseln) mit fraglicher Wirkung versprechen guten Profit. Der Hauptwirkstoff Vitamin A ist auch günstiger zu haben. Und Karotten und Mangold liefern den Vitalstoff ebenfalls. Zu empfehlen ist das Nahrungsergänzungsmittel eher nicht.

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Dieser Beitrag wurde am 07.02.2022 erstellt.

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